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geschrieben von Leonhard Prein am 21.03.2018

Azubi in Aktion – mit der Motorsäge!

Hallo Leute,

ich melde mich heute mit einem der für mich wohl interessantesten Themen in unserer Berufsausbildung bei euch: der Motorsäge!
Gleichzeitig will ich euch das zweite für uns relevante Ausbildungszentrum, die DEULA in Warendorf, ein wenig vorstellen. In Münster-Wolbeck befindet sich ja das Bildungszentrum Gartenbau und Landwirtschaft für das Arbeiten mit Steinen und Pflanzen. Die DEULA in Warendorf beschäftigt sich hingegen hauptsächlich mit der Maschinenkunde. Der sogenannte 02er Kurs behandelt das Arbeiten an der Motorsäge, die Bearbeitung von Böden, Raseneinsaat und Düngung sowie die Unfallverhütung am Arbeitsplatz.

Gerade am Anfang der Ausbildung darf man nur wenige Tätigkeiten selbst ausüben, da man erst „angelernt“ werden muss. Schritt für Schritt kann man schließlich auch selbstständiger arbeiten. Bei mir war es so, dass ich bereits am Anfang der Ausbildung im Service mit Maschinen zu tun hatte; dazu gehörte auch die Motorsäge. Gerade dann ist es toll, wenn man endlich auch selbst mit der Maschine sägen und fällen darf – da kommt richtig Freude auf 😉
Jedoch kommt gerade bei Arbeiten, die wir gerne machen, irgendwann der Leichtsinn mit dazu und die Verletzungsgefahr steigt. Bei der Kettensäge ist sowas fatal und kann schwerwiegende Folgen haben! Man sollte also immer konzentriert bei der Arbeit bleiben und nicht leichtsinnig werden…auch ich musste das erst lernen.

Beim Arbeiten an der Kettensäge muss vieles beachtet werden – mit einfach nur schnell anwerfen und loslegen ist es noch längst nicht getan. Wichtig ist:

– Eine vollständige PSA (persönliche Schutzausrüstung)
– Die korrekte Handhabung der Säge
– Körperliche Eignung
– Korrekte Sägetechnik
– Pflege der Maschine

Um mit der Motorsäge arbeiten zu können, benötigt JEDER eine PSA. Dazu gehört:

Schutzkleidung für Umgang mit Motorsäge

Ich weiß, Umziehen ist lästig und die Schnittschutzhose ist auch um einiges wärmer als die normale Arbeitskleidung – aber diese Ausrüstung ist ein Mindestmaß und kann euch das Leben retten; tut euch also selbst den Gefallen und achtet darauf 😉

Aber selbst mit der besten Schutzausrüstung kann man sich mit der Motorsäge immer noch schwer verletzten. Deshalb gehört zur richtigen Handhabung zuallererst eine fachliche und korrekte Einweisung – am besten von jemandem, der schon lange mit der Motorsäge arbeitet, wie zum Beispiel die Meister an der DEULA.

Die Bedienung mit beiden Händen dient eurem Schutz und sollte deshalb auch stets so gehandhabt werden. Außerdem wichtig ist das stetige Feststellen der Kette, sobald nicht mehr gesägt wird, und auch das korrekte Starten der Kettensäge. Dies macht ihr am besten, indem ihr die Maschine entweder zwischen den Beinen einklemmt oder während sie am Boden liegt.

Was ich persönlich euch auch noch mit auf den Weg geben möchte: Ihr solltet mit der Kettensäge nur solange arbeiten, wie ihr euch auch gut fühlt und nicht erschöpft seid. Wenn ihr nach sechs Stunden an der Maschine keine Kraft mehr habt, um noch den letzten Baum mit einem Stammdurchmesser von bspw. 60 cm zu fällen, dann solltet ihr das auch auf keinen Fall tun! Schließlich ist es keine Schande, sich nicht verletzen zu wollen 😀 Zum Thema Pflege sei gesagt, dass die Kette stets scharf, sauber und vollgetankt sein sollte. Denn es gibt nichts Nervigeres, als auf die Baustelle zu fahren, um dann festzustellen, dass eine stumpfe Kette aufgezogen und die Maschine vollständig verdreckt ist  – das kostet einfach zu viel Zeit!

So, nun aber genug mit der Theorie, jetzt gebe ich euch mal einen Einblick in die praktischen Teile des Lehrgangs:

Wir wurden in 2 Gruppen eingeteilt, die eine beschäftigte sich erst mit der Motorsäge und die andere erst mit der Bodenbearbeitung und der Rasenansaat. Hier einmal ein paar Düngerproben und Maschinen zur Bodenbearbeitung:

Der Teil des Lehrgangs, bei dem die Bodenbearbeitung und die Rasenansaat behandelt wird, ist natürlich genauso wichtig. Jedoch soll es heute nur um den Umgang mit der Kettensäge gehen. Als meine Gruppe nun endlich mit dem Kettensägenteil beginnen durfte, hatten wir – yeah – wieder Theorie…aber keine Angst, es ging nur um den Umgang; also das Starten, Führen und Sägen mit der Maschine. Danach ging es auf den Übungsplatz, wo wir alle ein wenig üben konnten.

Als Vorbereitung für den nächsten Tag, an dem es ans Bäume fällen ging, haben wir geübt, einen Fallkerb zu sägen. Dieser bestimmt die Fällrichtung – gefragt ist hierbei Präzision, damit bei einer Fällung im Hausgarten eines Kunden nichts schief geht. Hier seht ihr nochmal meine Fällkerbe:

Arbeit mit der Motorsäge

Die sehen nicht alle gleich aus, also auch ich musste mich erst ran tasten und ein wenig üben, am Ende hat es allerdings sehr gut geklappt. Bevor wir jetzt in den Wald übergehen, hier noch ein paar Infos zur Fällung an sich:

Bei der Fällung darf sich im Gefahrenbereich (doppelte Baumlänge um den Baum herum) niemand befinden, der nichts mit der Fällung zu tun hat. Die Fällung besteht aus einer Fallkerbsohle (1/5-1/3 vom Durchmesser), dem Fallkerbdach (45°-65°), dem daraus entstehenden Fällkerb, dann dem Fällschnitt, einer Bruchstufe (1/10 vom Durchmesser aber mindestens 3 cm) und einer Bruchleiste (1/10 vom Durchmesser). Das hört sich alles viel an, aber ich erkläre es euch an einem einfachen Beispiel, welches ich persönlich zugesägt habe:

Erläuterung Fällung Baum

Ich gebe zu, es sieht etwas ungeordnet aus, aber wenn man es näher betrachtet, ist es eigentlich (hoffentlich) recht schlüssig 😉
Nachdem man den Fällkerb gesägt und die Fällrichtung überprüft hat, wird ein Fächerschnitt durchgeführt und somit der Baum gefällt. Von meiner Fällung habe ich leider kein Video für euch, da ja keiner im unmittelbaren Gefahrenbereich sein durfte, aber wenn alles klappt, kommt demnächst ein kleines ergänzendes Video!

Baumfällarbeiten Motorsägen Lehrgang

Hier bin ich beim Entasten meines Baumes, später wird dieser dann von einem Teleskoplader oder einem Vollernter aus dem Wald geholt und weiter verarbeitet. Nach der Fällung muss dann die Maschine gesäubert, eventuell die Kette gewechselt, der Luftfilter ausgeklopft und und die Motorsäge vollgetankt werden, damit sie für den nächsten Einsatz bereit ist.

Auf dem 02er Lehrgang wurde die Grundvoraussetzung für das Arbeiten mit der Motorsäge und das Fällen und Beschneiden von Bäumen geschaffen. Darüber hinaus gibt es viele weitere Fortbildungen, wie beispielsweise der Kurs Arbeitssicherheit Baum 1 und 2 oder der Baumklettererschein. Im Winter, nach der Saison, werde ich mich da auch noch weiterbilden!

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Einblick in das Thema Motorsäge gefallen, es macht viel Spaß und ist wirklich interessant…aber auch gefährlich!

Euer Leo

Rückblick

Mein grünes NRW 2016

Unter dem Hashtag #meingrünesNRW haben während des Wettbewerbs in den Monaten Juli-September zahlreiche Teilnehmer ihre Lieblingsplätze veröffentlicht.
Auch nach Ende des Wettbewerbs sind wir gespannt auf eure Lieblingsplätze in NRW und freuen uns über jedes Bild, das bei Instagram oder Facebook mit dem Hashtag #meingrünesNRW eingereicht wird.

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