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geschrieben von Johanna Linnemann am 13.03.2018

Eine Mauer ohne Mörtel – kann das überhaupt halten?

Hey liebe Leser!

Ich bin Johanna und neu in der Blogger-Runde. 🙂 Meine Ausbildung mache ich im ersten Lehrjahr bei der Forster Garten- und Landschaftsbau GmbH in Alfter. Ich freue mich schon darauf, euch in Zukunft von meinen Eindrücken und Erlebnissen als angehende Landschaftsgärtnerin zu berichten!

Und hier geht’s direkt los mit meinem ersten Beitrag für euch: Im September letzten Jahres fand nämlich bei uns im Betrieb ein zweitägiger Azubi-Lehrgang zum Thema „Bau einer Trockenmauer“ statt. Unser erster Tag startete mit einer Präsentation durch einen unserer Meister, der den Lehrgang leitete.

Ja, was ist denn eigentlich eine Trockenmauer und was muss man beim Bau beachten?

Seit Jahrhunderten gibt es beeindruckende Bauwerke wie die Cheops-Pyramiden in Ägypten oder die Zyklopen-Mauerwerke der Inkas in Peru. Tausende aufeinander gestapelte Steine ergeben ein Meisterwerk und sind dabei keinesfalls instabil. Auch im 21. Jahrhundert ist die Verwendung von Natursteinen für den Mauerbau immer noch essenziell und soll den Sinn und Zweck einer ganz individuellen, naturnahen Gartengestaltung erfüllen.
Beispielsweise können Hänge abgefangen werden. Dabei muss der Naturstein, der als Material benutzt wird, gewisse Anforderungen erfüllen, wie beispielsweise die Hitzebeständigkeit. Damit die Mauer auch hält, muss eine Dossierung (Neigung) von bis zu 15 Prozent eingehalten werden, bei der die Mauer gegen den Hang gesetzt wird. Neben dem Material ist auch das Werkzeug entscheidend, welches verwendet wird. Während sich ein Scharriereisen zur Herstellung von glatten und ebenen Sichtflächen eignet, benutzt man ein Sprengeisen für die grobe Bearbeitung des Steins.

Bau einer Trockenmauer - Azubi LehrgangUm sich selbst davon zu überzeugen, wie sich das Werkzeug einsetzen lässt, ging es für uns nach der Präsentation an die praktische Arbeit. Ausgerüstet mit Sprengeisen und Fäusteln sollten wir einen Stein so bearbeiten, dass er eine quadratische Ansichtsfläche erhält. Da Probieren ja bekanntlich über Studieren geht, durfte jeder für sich selbst testen, wie es zu schaffen ist, einen Stein in zwei Hälften zu teilen bzw. eine kleine Ecke abzuschlagen. Neben der richtigen Bearbeitung ist aber auch die Auswahl des passenden Steins entscheidend. Dafür mussten wir auch erstmal ein Gefühl entwickeln, denn manchmal sieht der Stein optisch total passend aus und erst beim Nachmessen stellt man fest, dass er gar nicht die passenden Maße hat.

Bau einer Trockenmauer - Azubi LehrgangAm Nachmittag sowie am darauffolgenden Tag ging es dann an die eigentliche Mauer. Unser Meister setzte die Ecksteine, an denen wir uns orientieren konnten. In Zweier- und Dreierteams konnten wir uns dann zusammen besprechen, welche Steine in unseren zugewiesenen Bereich passen würden und wie man sie noch bearbeiten muss. Die Bereiche wurden auch getauscht, sodass man den Gesamtüberblick über die Mauer behielt.

Damit die Steine fest aufeinander liegen und nicht kippeln, müssen sie außerdem noch verzwickelt werden. Dafür schiebt man zur Befestigung einen Zwickel (meist schmale Steinreste von der Bearbeitung) unter den Stein. Dass die Steine fest und sicher liegen, ist besonders wichtig, um die Stabilität zu gewährleisten.

Leider haben wir die Mauer nicht komplett aufgebaut. Viel mehr war es das Ziel, in Ruhe ein Bewusstsein für das Material und die Werkzeuge zu erhalten, denn der Bau einer Trockenmauer kann durch die Bearbeitung jedes einzelnen Steins seine Zeit brauchen. Abschließend haben wir noch einen Test zur Überprüfung unseres Wissens geschrieben – und wurden schließlich mit einer Teilnehmer-Urkunde für unser Berichtsheft belohnt.

Insgesamt war es eine tolle Erfahrung, die auch schon erste Früchte im Baustellenalltag getragen hat!

Bis zum nächsten Mal,

eure Johanna

 

Rückblick

Mein grünes NRW 2016

Unter dem Hashtag #meingrünesNRW haben während des Wettbewerbs in den Monaten Juli-September zahlreiche Teilnehmer ihre Lieblingsplätze veröffentlicht.
Auch nach Ende des Wettbewerbs sind wir gespannt auf eure Lieblingsplätze in NRW und freuen uns über jedes Bild, das bei Instagram oder Facebook mit dem Hashtag #meingrünesNRW eingereicht wird.

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