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geschrieben von Leonhard Prein am 05.02.2019

Vogelhäuser mit Dachbegrünung

Hi Leute, ich bin es wieder, euer Leo!

Heute mal mit einem Thema, welches in der Ausbildung zum Landschaftsgärtner eher seltener behandelt wird: der Dachbegrünung. Zu unserem Thema in der Berufsschule haben unsere Lehrer ein Miniprojekt organisiert, da nicht jeder Betrieb Dachbegrünungen anfertigt, aber jeder Azubi die Chance haben sollte, sich damit zu beschäftigen.

Dazu wurden Vogelhäuser als Bausatz, Substrat und Pflanzen, eine Menge Folien und Arbeitsgeräte besorgt – und dann ging es auch schon los. Durch das Engagement unserer Lehrer und die finanzielle Unterstützung durch Herrn Udo Welling, stellvertretend für den Bezirksverband Westfalen West des Verbands GaLaBau NRW, konnten wir nachhaltige und ökologisch wertvolle Vogelhäuser bauen. Danke dafür!

Dachbegrünung – extensiv und intensiv

Bei der Dachbegrünung unterscheidet man zwischen zwei Arten: der extensiven und der intensiven Dachbegrünung. Bei beiden Arten gibt es einen Schichtaufbau aus verschiedenen Folien zum Schutz des Daches und zur Gewährleistung des Wasserabflusses und der Nährstoffversorgung. Dieser Aufbau ist nicht immer gleich, aber sowohl bei der extensiven als auch bei der intensiven Dachbegrünung sehr ähnlich.

  • Die extensive Dachbegrünung besteht im Prinzip aus einem Pflanzenteppich, der 0,5 – 2 cm hoch gewachsen ist und mit einer grünen „Matte“ verglichen werden kann. Diese Pflanzen benötigen ein spezielles Substrat aus z. B. Lavasteingranulat oder Substratmatten (ein Substrat ist ein relativ künstlicher Bodenersatz), um eine Grundlage zum wachsen zu haben.
  • Bei einer intensiven Dachbegrünung ist der Schichtaufbau um einiges höher als bei der extensiven und es sind in der Gestaltung quasi keine Grenzen gesetzt. Ganze Gartenanlagen können gebaut werden und das direkt auf dem Dach, sogar kleine Bäume und Rasenflächen sind möglich!

Was muss ich bei einer Dachbegrünung beachten?

Bei der Einrichtung einer Dachbegrünung muss unter anderem auf die Art des Daches geachtet werden. Beschaffenheit und Winkel sind nach der Statik (sprich, ob das Gebäude die Last tragen kann) die wichtigsten Kriterien. Oft verbindet man auch Dachbegrünung und Solartechnik, jedoch liegt hierbei eine noch größere Gewichtsbelastung vor. Man sollte in so einem Falle einen Statiker beauftragen, der die Bausituation begutachtet und überprüft. Als Brandschutzeinrichtung für den Fall eines sehr trockenen und heißen Sommers muss am Rand des Daches ein Sicherheitsstreifen aus Kies angelegt werden. Je nach Größe und Art der Dachbegrünung und nach Art des Gebäudes sogar bis zu einem Meter! Der Sicherheitsstreifen ist sehr wichtig und wird teilweise in manchen Städten sogar von der Feuerwehr vorgeschrieben, damit bei einem Brand der Dachbegrünung nicht das gesamte Gebäude Feuer fängt.

Vor- und Nachteile der Dachbegrünung

Der schwerwiegendste Nachteil einer Dachbegrünung ist sicherlich der Kostenfaktor. Wenn auf dem Dach ein richtiger Garten entstehen soll, ist das natürlich nicht ganz günstig. Für mich persönlich überwiegen jedoch definitiv die vielen Vorteile einer Dachbegrünung!

  • Bessere Luftqualität,
  • Schaffung eines neuen Lebensraums für Insekten, Schmetterlinge und Bienen,
  • die Erhöhung der Langlebigkeit eines Daches, da es gegen Witterungseinflüsse und UV-Strahlung geschützt wird.

Verschiedene Methoden für die Dachbegrünung

Nach dem Aufbau der Folien wird auf die letzte Folie (die aussieht wie Eierkartons) Substrat aufgebracht – das ist ein mineralischer Bodenersatz aus z. B. Lavagranulat/Splitt, der gut Wasser und Nährstoffe speichert und somit den Pflanzen diesen Lebensraum ermöglicht. Je nach Anforderungen beträgt die Substratschicht 2 – 20 cm. In unserem Modell haben wir lediglich die Folie gefüllt, damit das Substrat nicht am Vogelhäuschen herunterrutscht. Auf einem Flachdach z. B. kommt auf diese „Eierpappe“ noch ein weiteres Trennvlies, dieses ist jedoch meist bereits darauf vormontiert.

Es gibt in der Praxis noch weitere Möglichkeiten mit Substratmatten, die bereits fertig sind und wie ein grüner Teppich (ähnlich wie Rollrasen) verlegt werden. Diese Methode ist eine reine Zeitersparnis von ca. 2 Jahren, jedoch auch mit höheren Kosten verbunden. Auch ist eine Trockenansaat (ähnlich wie Rasenansaat) möglich. Dies ist die günstigste Variante, Pflanzenteile werden einfach ausgestreut. Die letzte Methode ist eine Pflanzung: Kleine Pflanzen werden in der Staudengärtnerei vorgezogen und eingepflanzt, dabei ist man frei in der Anordnung und Kombinierung. Wir haben im Falle unserer Vogelhäuser die Stauden geteilt und in das Substrat gesetzt. Dabei haben wir drei verschieden Sorten gemischt. Jetzt müssen die Pflanzen nur noch anwachsen und unsere Dachbegrünung ist fertig. 🙂

Die Häuser können dann aufgestellt oder aufgehängt werden und bieten einen netten Anblick im Garten – und die Vögel freuen sich auch! Für uns Landschaftsgärtner gibt es also nicht nur auf der Baustelle viel zu tun, sondern auch die Berufsschule bietet Möglichkeiten, praktisch zu arbeiten 🙂

Bis bald!
Euer Leo

Rückblick

Mein grünes NRW 2016

Unter dem Hashtag #meingrünesNRW haben während des Wettbewerbs in den Monaten Juli-September zahlreiche Teilnehmer ihre Lieblingsplätze veröffentlicht.
Auch nach Ende des Wettbewerbs sind wir gespannt auf eure Lieblingsplätze in NRW und freuen uns über jedes Bild, das bei Instagram oder Facebook mit dem Hashtag #meingrünesNRW eingereicht wird.

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