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geschrieben von Leonhard Prein am 11.06.2019

GaLaBau goes digital: Ich war beim Pilotprojekt “Digitale Baustelle” dabei!

Die ganze Welt beschäftigt sich fast täglich mit der Globalisierung und der Digitalisierung von Abeitsprozessen, Prozessen im Alltag und allgemeinen Sachen wie z. B. dem Ausbau des Internets in Deutschland. Angefangen hat es mit kleinen Sachen wie einer digitalen Uhr oder mit bargeldlosem Bezahlen, heute können sogar ganze Baumaßnahmen digital geplant werden. Sogar eine Fahrstunde für den Führerschein kann mittlerweile am Computer erfolgen! Was die Digitalisierung für Auswirkungen auf den Garten- und Landschaftsbau hat, das will ich euch heute erzählen:

In der Woche vom 18. – 22. März habe ich das Pilotprojekt “Digitale Baustelle” an der DEULA in Warendorf besucht. Im Vorfeld hieß es bereits, dass das Festhalten von Arbeitszeiten mit Tablets erfolgen wird und wir weitere neue Technik kennenlernen sollten, wirklich viel konnte ich mir allerdings noch nicht darunter vorstellen. Sogar einen Pressetermin mit Interviews und Vorstellungen der einzelnen Maschinen hat es vor Ort gegeben, bei dem ich dabei sein durfte.

Der Lehrgang: Viel Input, viel Praxis!

Zu Beginn schilderte jeder Teilnehmer seine bisherigen Erfahrungen mit verschiedenster Technik im GaLaBau (z. B. Einmessen mit einem Laser) und seine Erwartungen an den Lehrgang. Im Laufe der Woche sollten wir dann verschiedene Stationen durchlaufen:

  • Festhalten jedes Tages als Online-Bericht mit einem Tablet
  • Kennenlernen von Planungs- und Firmensoftware
  • Einmessen und Orientieren mit Totalstation und Roverstab
  • Planieren durch Lasersteuerung an einem Radlader und einem Bobcat
  • Arbeiten mit Satellitensteuerung mit einem Bagger
  • 3D-Rundgänge durch Gärten
  • Einblick in Belechtungs- und Bewässerungstechnik

Gleich am ersten Tag haben wir mit der Dokumentation angefangen. Das Wetter wird inkl. Standort sofort eingetragen und die Maschinen, Mitarbeiter und Baustellen müssen nur noch angeklickt werden. Dann fügt man noch eine kurze Beschreibung zusätzlich hinzu – und fertig ist der Tagesbericht!

Tagesbericht via Tablet

Eine Totalstation kann sich anhand von Satelliten und festgelegten Lagepunkten genau einmessen und kann dann eine Verbindung zu einer Maschine herstellen, um Höhe und Lage weiter zu vermitteln. Mit dem Radlader und dem Bobcat können dann Planierungsarbeiten durchgeführt werden, die im Millimeter-Bereich genau sind….also eine große Erleichterung für den Maschinisten! Denn nach einem Tag in der Maschine kann einem schon mal der Kopf rauchen 😉

Totalstation

Die Anbaugeräte an den Maschinen, egal ob Bagger, Radlader oder Bobcat, sind mit Empfängern ausgestattet, die entweder eine direkte Verbindung zu einer Antenne suchen und dann zu den Satelliten oder z. B. zu einer Totalstation die vorher eingemessen wurde. Dann wird ein Programm auf den Bordcomputer geladen und man muss kaum noch mehr tun als z. B. das Schild zu heben und zu senken und Material zu verfahren.

Radlader
Kompaktraupe

Also haben wir uns mit den Maschinen vertraut gemacht und gearbeitet. Natürlich sind nicht alle Sachen für jeden Betrieb geeignet, da natürlich auch noch Fehler vorhanden sind wie z. B. der Satellitenempfang oder die hohen Kosten der Antennen und Empfänger. Mein persönlicher Favorit der Woche war der Roverstab, wieder ein Satellitenempfänger mit einer Recheneinheit, welcher äußerst vielfältig einsetzbar ist.     

Roverstab

Nicht nur zum Abstecken von Lage- und Höhenpunkten, sondern auch zum Aufmessen von gepflasterten Flächen oder Terrassen etc. kann der Stab genutzt werden. Besonders praktisch finde ich die Möglichkeit, eine Erdmiete aufzumessen und genau zu berechnen, wie viele Kubikmeter dort nun liegen. Denn ob es nun 10 oder 20 Kubikmeter sind, das ist für eine Abrechnung äußerst wichtig.

Am interessantesten für mich war aber die Station mit dem Bagger: Nicht jeder Azubi sitzt mal auf einem 30 Tonnen-Bagger, um damit dann einen Teich auszuheben! Das war eine wirklich coole Erfahrung, natürlich wieder durch exakte Höhennivellierung und Lageangaben durch Satellitensteuerung. Im Bild sieht man unten ein Pedal mit einem grünen Licht, dieses gibt an, ob ich an der Lage auf der exakten Höhe bin. Ein Geländemodell sieht man auf dem Bordcomputer im Bagger.

Grünes Licht bedeutet: Ich bin auf der richtigen Höhe!
Bordcomputer im Bagger zeigt Geländemodell

Mein Fazit: Super Lehrgang mit spannenden Einblicken!

Was habe ich also aus dieser Woche mitgenommen? Einerseits konnte ich in viele “kleinere” Themen reinschnuppern, wie beispielsweise in die Beleuchtungs- und Bewässerungstechnik. Es ist wirklich interessant, was eine gezielte Beleuchtung im Garten alles ausmachen kann! Desweiteren fand ich es unheimlich toll, mit als einer der Ersten in dieses Projekt reinzuschauen und mitzuerleben, was alles auch im Garten- und Landschaftsbau durch maschinelle Unterstützung möglich ist. Nicht nur die Erleichterung der Arbeitsprozesse auf der Baustelle, sondern auch die Planung und Abrechnung kann viel besser ablaufen. Mit entsprechender Software einen Garten zu planen und mit dem Kunden dann “durch den Garten zu gehen” ist auch für den Kunden viel besser, weil der Unterschied zwischen einem 3D-Film und einem Plan schon sehr groß ist.

Ich hoffe ich konnte euch einige Eindrücke von dem Pilotprojekt der Digitalen Baustelle an der DEULA in Warendorf vermitteln. Für mich war es eine echt tolle Woche!

Bis bald, euer Leo

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