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geschrieben von Leonhard Prein am 21.09.2018

Naturstein- und Pflanzen-Lehrgang in Münster-Wolbeck

Hallo ihr Lieben!

So kann es aussehen, wenn sich vier Azubis im Ausbildungszentrum Münster-Wolbeck austoben und einen Garten nach ein paar Vorgaben bauen dürfen…sehr viel Spaß mit einem super Ergebnis, findet ihr nicht?

Ich hatte den nächsten Lehrgang in Münster-Wolbeck, diesmal war es allerdings kein normaler Lehrgang, sondern ein Wahl-Lehrgang. Der Unterschied zu den anderen ist der folgende: Am Anfang der Ausbildung konnte man sich zwischen vielen verschiedenen Lehrgängen einen „Zusatzlehrgang“ aussuchen, je nachdem, welches Themengebiet man gerne vertiefen möchte oder welches man noch nicht so gut kennt, da es im Betrieb nicht so intensiv praktiziert wird. Zur Wahl standen unter anderem Natursteine und Pflanzen, Teichbau, Vermessung sowie Baustellen leiten und abwickeln. Da ich persönlich das Thema Natursteine und Pflanzen sehr interessant fand, habe ich diesen gewählt.

Lehrgang Teil 1: Garten planen und bauen

Wir haben uns in Kleingruppen aufgeteilt, uns die Pflanzen angeschaut und dann die Aufgabe erhalten, einen eigenen Garten zu planen und umzusetzen. Die Vorgaben waren eine üppige Bepflanzung sowie eine Hecke, ein Sitzplatz und ein Weg. Die restliche Gestaltung sowie Materialien und Pflanzenauswahl war uns selbst überlassen – heißt, wir konnten unserer Kreativität freien Lauf lassen! Ich habe mich mit einem anderen Azubi aus meiner Firma, einem Klassenkameraden und einem weiteren Azubi, der in einer Firma bei uns um die Ecke arbeitet, zusammengeschlossen und angefangen zu planen und zu bauen. Da wir uns alle schon kannten, war die Zusammenarbeit entsprechend gut und auch unsere Vorstellungen des Gartens lagen nahe beieinander. Jeder hat sich seinen „eigenen“ Aufgabenbereich innerhalb des Projektes gesucht und dann ging es auch schon los. Geplant war:

  • eine Hecke
  • ein Weg + Sitzplatz mit Natursteinen und Flusskies
  • eine Sitzmauer aus Natursteinen
  • eine kleine Beeteinfassung mit Hochbeet aus Natursteinen

Hört sich vielleicht erstmal nicht so viel an, aber wie ihr auf den Bildern sehen werdet, war es doch eine anspruchsvolle Arbeit. Zunächst mussten wir alles an Material besorgen und beim Bau auch darauf achten, dass alles den Vorstellungen entspricht.

Wir hatten eine Erdhalle und viele verschiedene Materialien zur Verfügung, plus natürlich unsere Planung und Vorstellung. Jetzt am Anfang sieht es noch recht planlos aus. Aber alles hat nun mal seinen Anfang…Auf der rechten Seite kann man einen Halbkreis erkennen – aus Natursteinen selbstverständlich! 😉 An unseren Halbkreis, der später die Sitzfläche wird, haben wir  aus Sandstein eine Natursteinmauer gebaut; in der kleinen Einbuchtung (auf dem ersten Bild relativ mittig) entsteht unsere in die Mauer eingelassene Sitzbank, auf die wir am Ende mächtig stolz waren.

Während der Bauphase haben wir uns aufgeteilt, damit wir viel gleichzeitig schaffen können und sich jeder auf seine Art und Weise im Mustergarten verwirklichen konnte. Nach dem Einlassen der Sandsteinplatte haben wir den Weg gebaut, danach hinten das kleine Hochbeet mit anschließender Sandsteineinfassung zum Beet nach hinten raus und dann den Weg und den Sitzplatz mit Kies gefüllt. Auf der linken Seite vom zweiten Bild erkennt man auch schon den Pflanzgraben für unsere Hecke.

Bevor die Bepflanzung angefertigt wurde, haben wir noch die letzten Trittplatten gesetzt, damit man sauberen Fußes durch unseren Garten gehen konnte. Auf dem nächsten Bild ist unsere Sitzecke. Die Platte war echt schwer und wir haben sie zu viert getragen und gedreht, bis sie schließlich perfekt saß…uff!

Wie es nach der Bepflanzung aussah, habt ihr ja bereits im Video gesehen… hier noch ein abschließendes Bild für einen Gesamtüberblick:

Nachdem wir die Gärten der anderen Gruppen begutachtet hatten, hieß es ABBAU. Ja, ihr habt richtig gelesen…schweren Herzens haben wir unser kleines Paradies wieder zurückgebaut 🙁 Das war uns im Vorfeld natürlich bewusst, weil die nächste Gruppe in die Halle musste und wir ebenfalls gewechselt haben, jedoch ist es wirklich schade, so etwas Schönes wieder abzubauen.

Lehrgang Teil 2: Natursteinmauer und Natursteinbearbeitung

Wir haben nach fachlicher Anleitung eine eigene Natursteinmauer gebaut. Bevor man aber mit der eigentlichen Mauer beginnen konnte, mussten wir erst ein paar Begriffe und Regeln lernen. Die wichtigsten habe ich für euch einmal zusammengefasst:

  • Schwergewichtsmauer: Natursteinmauer im Verband ohne die Verwendung von Mörtel oder Beton, dient vor allem als Stützfunktion
  • Dossierung: Neigung der Mauer in den Hang (5-15%)
  • dynamisches Fundament: Schotterfundament zur Gewährleistung eines standfesten Untergrunds
  • Haupt: Ansichtsfläche der einzelnen Steine oder auch der ganzen Mauer
  • Mauerfuß: unterste Steinreihe der Mauer (mindestens 1/3 der Mauerhöhe)
  • Wechsler: ein Stein, der größer ist als die anderen und über zwei Reihen geht, also eine Fuge bricht
  • Kreuzfugen vermeiden!
  • Binder: ein quer in die Mauer laufender Stein –> dient der Stabilisation (ca. 1/3 notwendig)

Ich weiß, es gibt noch viel mehr Begriffe und Regeln zu beachten, aber für den Anfang reicht das! Wir haben nun also angefangen, ein Holzgerüst zu bauen, um die korrekte Neigung beim Bau der Mauer im Blick zuhaben.

Als wir das Schnürgerüst fertig gebaut hatten, was gar nicht mal so leicht war, wurde die erste Steinreihe zu ca. 1/3 in den Sand eingebunden und möglichst in Waage an die Schnur gesetzt. Auf dem nächsten Bild sind die Bindersteine gut zu erkennen.

Ja, und dann lief es eigentlich wie von selbst…Steine raussuchen und Stein auf Stein die Mauer hochbauen. In der Flucht der zwei Schnüre vom Holzgerüst die Steine leicht setzen schräg und so, dass diese nicht wackeln. Falls mal kein passender Stein gefunden wird, kann dieser auch mit verschiedenen Techniken zurecht geschlagen werden, damit die Mauer den persönlichen Vorstellungen entspricht. Wie das in der Praxis aussieht, zeige ich euch in diesem Video:

Auf dem nächsten Bild sieht man die fertige Mauer von mir und meinem Kollegen, die linke Seite ist von mir. 🙂

Das Holzgerüst wurde entfernt und zum Abschluss der Arbeiten wurden noch ein paar ergänzende Natursteine gesetzt, Polygonalplatten gelegt und eine Platte selbst zu einem Kreis geschlagen. Insgesamt eine gelungene und schöne Arbeit, wie ich finde!

Auch hier hieß es dann wieder Abbau der schönen Mauer.. nichts währt ewig. 😀

So, das war es mal wieder von mir und den Natursteinen aus Münster. Bis bald!

Euer Leo

Rückblick

Mein grünes NRW 2016

Unter dem Hashtag #meingrünesNRW haben während des Wettbewerbs in den Monaten Juli-September zahlreiche Teilnehmer ihre Lieblingsplätze veröffentlicht.
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