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geschrieben von Carl Schirp am 07.01.2020

Naturstein- und Pflanzenverwendung: Praktikum auf Kreta

Hallo zusammen! Mein Name ist Carl und ich möchte euch auf diesem Blog von meinen Erfahrungen berichten, die ich beim Praktikum auf Kreta gemacht habe 🙂
Wie bereits Leo und Johanna ein Auslandspraktikum in Nordirland absolviert haben, hat es mich Ende September 2019 auf die schöne griechische Insel Kreta verschlagen. Dort habe ich eine ganze Menge über Naturstein- und Pflanzenverwendung gelernt – aber der Reihe nach:

Wie es zu dem Praktikum kam…

Das Praktikum “Naturstein- und Pflanzenverwendung” auf Kreta wurde 1996 durch eine Partnerschaft zwischen der orthodoxen Akademie in Kolympari und einer Berufsschule in Oppenheim ins Leben gerufen. Seit jeher bekommen Auszubildende des Garten- und Landschaftsbaus jedes Jahr die Möglichkeit, an diesem Programm teilzunehmen, welches durch das EU-Programm „Erasmus+“ gefördert wird. Hierbei können sie der Natursteinverwendung und -bearbeitung näherkommen und an eigenen Projekten mit dem heimischen Sandstein arbeiten. Im Praktikum wird an 10 von 14 Tagen gearbeitet, während die restlichen vier Tage für die An- und Abreise und diverse Ausflüge auf der Insel vorgesehen sind.

Meine Ankunft auf Kreta

Ende September ging für mich und die anderen Praktikanten der Flieger nach Kreta. Unsere Unterkunft in Kolympari war eine orthodoxe Akademie, welche auf dem Gelände des Klosters Moni Gonia erbaut wurde.

Der Baustellenleiter erklärte uns zum Start den Verlauf des bevorstehenden Lehrgangs und zeigte uns, was die Gruppen der vorherigen Jahre bereits alles erbaut hatten. Am meisten fasziniert haben mich dabei die Kieselmosaike, welche als Podeste zwischen Treppenstufen eingebaut wurden.

Abwechslung pur

Unser “Alltag” dort verlief jeden Tag anders und wurde nie langweilig. Jeder erhielt die Chance, sich an den verschiedensten Aufgaben selbst auszuprobieren. Mithilfe unserer Ausbilder machten wir direkt erste Erfahrungen in der Bearbeitung und dem Umgang mit dem kretischen Sandstein, welchen wir hauptsächlich für das Einbauen von Stufen genutzt haben. Dabei mussten wir uns etwas von den bekannten Deutschen DIN-Normen trennen, da dort anders gebaut wird. Das heißt, dass wir die Treppen beispielsweise eher so bauen sollten, wie sie sich am besten in das zu bebauende Gelände einfügen würden und nicht so, wie es einem zum Beispiel die ZTV (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen) vorschreiben.

Um uns einen Einblick in die südländische Siesta zu geben, hatten wir in der ersten Woche nach dem Mittagessen bis 17.00 Uhr Freizeit, um die Umgebung zu erkunden oder uns auszuruhen. Diese Pause verbrachten wir meistens gemeinsam am nahe gelegenen Strand und im Meer.

Nach unserer “Siesta” fand dann der theoretische Teil des Lehrgangs statt, welcher sich ebenfalls mit dem Thema Naturstein befasste. Unter anderem lernten wir über die zwei Wochen hinweg 50 neue Pflanzen, welche sich alle direkt vor Ort befanden. Somit konnten wir sie uns genau anschauen.

Die zweite Woche hingegen verlief etwas anders. Weil der Großteil unserer Gruppe am meisten Spaß bei der praktischen Arbeit hatte, entschieden wir uns dazu, die Nachmittage ebenfalls auf der Baustelle zu verbringen und an unseren Projekten zu arbeiten. Somit blieb die große Pause nach dem Essen weg und wir arbeiteten stattdessen nach dem Mittagessen direkt weiter. Dadurch fand unsere Freizeit in der zweiten Woche erst abends statt, weswegen wir oft einfach auf der Terrasse zusammensaßen und uns unterhielten, bis es dunkel wurde.

Stufen über Stufen!

Unsere Arbeit dort umfasste hauptsächlich das Setzen von Stufen, um einen Weg zu erschaffen, mit dem man Teile des steilen Hangs überwinden konnte. Außerdem arbeiteten wir an Wegeinfassungen, die aus selbst gesammelten Steinen bestanden. Zudem erstellten wir wassergebundene Wegedecken und bauten einen Altar, in den ein selbst angefertigtes und stehendes Kieselmosaik eingefügt wurde. Im Laufe der Zeit arbeiteten wir uns mit den Stufen immer weiter den Berg hinauf. Außerdem mussten wir uns, aufgrund des unebenen Terrains, jeden Stein, den wir verarbeiten wollten, selbst so zuschlagen, wie wir ihn in dem Moment benötigten.

Zusätzlich kam in der zweiten Woche ein Steinmetz hinzu, welcher uns einiges aus seinem Fach beibrachte. So lernten wir zum Beispiel, wie man aus einem rechteckigen Sandstein mittels feiner Handarbeit einen Säulenstein anfertigt. Mit diesen Säulen wollten wir unseren geplanten Altar errichten, jedoch schafften wir es innerhalb der letzten Woche leider nicht mehr, diesen fertig zu stellen.

Vorher-Nachher Säulenbearbeitung:

Fertige Stufenanlage mit seitlicher Hangabstützung:

Unsere Wochenendtrips

Über die Zeit wuchs der Zusammenhalt der Gruppe immer mehr und alle verstanden sich super, was natürlich die gemeinsame Arbeit enorm erleichterte und unsere Freizeit und die Wochenendausflüge ebenfalls verbesserte. Unsere Aktivitäten an den Wochenenden beinhalteten unter anderem eine Besichtigung der Stadt Chania mit einem wunderschönen Hafen und einer idyllischen Altstadt. Außerdem unternahmen wir eine Bootstour, welche im Hafen von Kolymbari startete und bis hin zur Nordwest-Küste Kretas ging. Währenddessen machten wir Zwischenstopps in zwei Buchten, die man mit dem Auto kaum hätte erreichen können. Dort verbrachten wir unsere Zeit mit Schwimmen und Schnorcheln und hatten einfach nur Spaß zusammen als Gruppe.

Eine weitere Aktivität, die jedoch freiwillig war, war die Besichtigung eines kleinen, in den Bergen gelegenen Dorfes mit einer wunderbaren Aussicht auf das Meer und einem Blick auf Olivenbäume. Bei dem Stichwort “Olivenbäume” ist hinzuzufügen, dass wir ebenfalls die Möglichkeit hatten, die Fabrik der Firma Biolea, welche Bio-Olivenöl produziert, zu besichtigen. Allerdings beginnen Ernte und Produktion erst gegen November, weswegen wir das nicht live erleben konnten. Um auch noch historisch weitergebildet zu werden, statteten wir dem deutschen Soldatenfriedhof in Maleme einen Besuch ab. Dies war ein sehr bewegendes und eindrucksvolles Erlebnis. Außerdem sahen wir die Zisternen und das Amphitheater in Aptera.

Eine der Buchten, in der wir hielten:

Mein Fazit: Ab nach Kreta!

Alles in allem ist das Projekt meiner Meinung nach eine super Möglichkeit, sich im Thema Natursteinverarbeitung weiterzubilden. Hinzu kommt, dass die Arbeit zusammen mit den anderen Auszubildenden ebenfalls eine tolle Erfahrung war, da man sich so gegenseitig weiterhelfen konnte und sich gut ergänzte. Deswegen würde ich jedem, der die Chance bekommt, dazu raten diese Erfahrung mitzunehmen, da man so die Möglichkeit hat, sich sowohl arbeitstechnisch als auch persönlich weiterzubilden!

In diesem Jahr wird wieder ein Kreta-Praktikum angeboten. Wer Interesse hat, checkt am besten regelmäßig die Webseite des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW oder schreibt direkt eine E-Mail an: erasmus@galabau-nrw.de

Das Team:

Rückblick

Mein grünes NRW 2016

Unter dem Hashtag #meingrünesNRW haben während des Wettbewerbs in den Monaten Juli-September zahlreiche Teilnehmer ihre Lieblingsplätze veröffentlicht.
Auch nach Ende des Wettbewerbs sind wir gespannt auf eure Lieblingsplätze in NRW und freuen uns über jedes Bild, das bei Instagram oder Facebook mit dem Hashtag #meingrünesNRW eingereicht wird.

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