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geschrieben von Nils Raupach am 30.07.2019

Projektstart: Mein freiwilliges Gesellenstück im GaLaBau

Hi zusammen! Mein Name ist Nils und ich habe vor Kurzem meine Ausbildung zum Landschaftsgärtner beim Betrieb kremer Baumschule + Gartengestaltung in Eitorf abgeschlossen. Auf diesem Blog will ich euch über mein freiwilliges Projekt berichten, das ich im Zuge meines Ausbildungsendes gestartet habe: mein eigenes Gesellenstück!

Rechts, das bin ich, zusammen mit meinem Chef Peter Kremer. 🙂

Gesellenstück im GaLaBau? Gibt’s doch gar nicht!

Ja, ich weiß, im Garten- und Landschaftsbau gibt es das eigentlich nicht. Da ich es aber schon zu Beginn meiner Ausbildung zum Landschaftsgärtner ein wenig schade fand, dass man nicht, wie in anderen handwerklichen Berufen üblich, die Ausbildung mit einem Gesellenstück abschließt, kam mir diese Idee. Der Gedanke, dass man mit einem persönlichen Projekt seine erlernten Kenntnisse und Fähigkeiten unter Beweis stellt, hat mich irgendwie gereizt. Die offizielle Abschlussprüfung zum Landschaftsgärtner ist nämlich ziemlich allgemein gehalten und bietet mit Ausnahme des Prüfungsgesprächs kaum die Möglichkeit, Schwerpunkte zu setzen und Talente in gewissen Fachrichtungen darzustellen. 

Also habe ich mir gedacht, ich probiere es einfach einmal! Kurzerhand habe ich meinen Chef gefragt, was er davon hält, wenn ich ein “inoffizielles” Gesellenprojekt starte. Zum Glück hat er immer ein offenes Ohr für unkonventionelle Ideen und war sofort bereit, mich dabei zu unterstützen. Ohne diese Voraussetzung ist ein solches Projekt schwer umzusetzen, denn man braucht vor allem eines: Zeit!

So wird die voraussichtliche Bauzeit meiner Arbeit ca. 300 Stunden in Anspruch nehmen. Insgesamt werden sich die Baukosten auf bis zu 18.000 Euro summieren. Besonders interessant ist, dass mein Projekt ein Teil unseres betriebseigenen Verkaufsgartens werden soll und somit auch als Anschauungsobjekt für unsere Kunden dienen wird. So hat wirklich jeder etwas davon!

Hier seht ihr meine Baustelle bei bestem Wetter 😉

Mein Ziel: eine moderne Gartenlaube

Da ich mich im Rahmen meiner Ausbildung maßgeblich mit dem Schwerpunkt Naturstein auseinandergesetzt habe, war es keine große Frage, welche landschaftsgärtnerische Arbeit ich mit meinem Gesellenprojekt besonders betonen wollte. Ich war ziemlich neugierig darauf, Bautechniken umzusetzen, die mir so in meiner Ausbildung noch nicht begegnet waren.

So entschied ich mich für den Bau einer modernen Gartenlaube, deren Grundgerüst aus einer zweihäuptigen, zweischaligen und massiven Grauwacke-Wandscheibe besteht. Besondere Akzente wollte ich gern durch möglichst enge und zurückgekratzte Fugen und Mauersteine mit wenigen Bossen setzen. Abgerundet wird der bautechnische Abschnitt dann später durch eine Kombination mit formal geschnittenen Heckenelementen und dem Bewuchs durch eine Wisterie. 

Das sind meine Zeichnungen…
…die ich für die Planung angefertigt habe.

Ich setze auf Regionalität: Bergische Grauwacke als Baumaterial

Bei der Auswahl des Baumaterials gab es auch keine großen Fragen. Mir war es wichtig, auf ein regionales Gestein zu setzen. Aus der bergischen Grauwacke habe ich durch Portionieren des Rohmaterials mit anschließendem Bossieren Ecksteine, Mauersteine und Mauerabdecksteine hergestellt. Um besonders enge Fugen ausbilden zu können, entschied ich mich für die Verwendung eines Kalk-Zement-Mörtels mit einer maximalen Korngröße von 2 mm. 

Mein kleiner Arbeitsplatz: Hier bearbeite ich das Material für die Mauer.
Das bin ich in Aktion – beim Bossieren des Natursteins.

Wir können ruhig zeigen, was wir draufhaben!

Die Produktion und die eigentliche Bautätigkeit sind in den normalen Betriebsalltag integriert. Zum Glück wurden mir während der regulären Arbeitszeit viele Möglichkeiten zur Bewerkstelligung meines Projektes eingeräumt. Ohne diese Umstände wäre ein Bauvorhaben dieser Größe auch gar nicht umzusetzen. Sinn und Zweck eines Gesellenstücks ist es doch, die eigene Arbeit und Fähigkeit hervorzuheben und so bleibt nur, dass man als werdender Geselle alleine an seinem Stück arbeitet.

Dank meines flexiblen Arbeitgebers habe ich ausreichend Zeit, mich meinem Projekt zu widmen.
Hier kratze ich die Fugen aus.
Bergische Grauwacke – ein super Material!

Ich hoffe, dass auch andere Azubis ein Interesse an einem ganz eigenen Projekt haben, mit dem sie ihre Ausbildung abschließen und auch einmal ganz persönliche Akzente setzen können. Das Leistungsspektrum des Landschaftsgärtners ist so vielfältig und bietet so viele Gelegenheiten, in einem Bereich zum Experten zu werden! Es wäre schade, nicht die Möglichkeit zu bekommen, auch einmal eigene Ideen umzusetzen. Und mal ganz ehrlich: Wir Landschaftsgärtner können ruhig einmal zeigen, was wir draufhaben und unsere Kreativität beweisen 😉

Ich berichte euch bald wieder, wenn mein Projekt weiter vorangeschritten ist. Bis bald!

Euer Nils

Rückblick

Mein grünes NRW 2016

Unter dem Hashtag #meingrünesNRW haben während des Wettbewerbs in den Monaten Juli-September zahlreiche Teilnehmer ihre Lieblingsplätze veröffentlicht.
Auch nach Ende des Wettbewerbs sind wir gespannt auf eure Lieblingsplätze in NRW und freuen uns über jedes Bild, das bei Instagram oder Facebook mit dem Hashtag #meingrünesNRW eingereicht wird.

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