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geschrieben von Leonhard Prein am 02.08.2018

Treppe abreißen – neu anlegen!

Hallo ihr Lieben!

Ich hatte euch noch einen Bericht über eine Treppe versprochen… hoffe ihr habt nicht allzu lange gewartet. 😉 Mit dem Bau dieser Treppe geht die Azubi-Baustelle in die nächste Runde, ich war nämlich wieder alleine verantwortlich und bin auf das Ergebnis schon etwas stolz, da der Treppenbau meiner Meinung nach nicht ganz einfach ist.

Auftrag: Treppe bauen!

Als ich montags zum Betriebshof kam, wurde ich direkt von einem Vorarbeiter angesprochen: er hatte einen Auftrag für mich. Bei uns in der Firma ist es immer so, dass wir bereits am Ende der Woche wissen, wo wir in der darauffolgenden sind – dafür haben wir einen Baustellenplan. So können wir alles schon ein wenig planen. Ich wusste aber noch nicht, worum es ging. Ich bekam dann von ihm den Auftrag in die Hand mit einem LV (ein Leistungsverzeichnis, wie die Baustelle auszuführen ist, bezieht sich meistens auf geltende DIN-Normen) und hatte kurz Zeit, um mich einzulesen. Ich muss sagen, dass es ein kleiner Schock für mich war: Ich sollte eine Treppe abreißen und neu anlegen, mit Stellstufen aus Natursteinen, die dann ausgepflastert werden. Besonderheit bei dieser Baustelle: die alte Treppe stand noch und war teilweise locker und die neue Treppe sollte quasi genauso sein – sprich gleiche Größe, gleiches Stufenmaß und gleiches Material. Also hatte ich mich, das LV und eine kurze Zeit, um Fragen zu stellen, und dann musste es auch schon zügig los gehen. Das hieß für mich: aufladen und planen.

Mein Material für den Treppenbau

Zur Verfügung standen mir verschiedene Materialien und Werkzeuge:

  • Pritschenwagen
  • Stemmhammer
  • Fäustel
  • Simplex
  • Natursteinhammer
  • Schnüre
  • Kellen
  • Handfeger
  • Schwamm
  • Ölkreide
  • Wasserwaage
  • Splitt
  • Pflasterfugensand

…und los geht’s

Ich muss gestehen, dass ich innerlich viel überlegt habe und große Zweifel hatte, da ich gedanklich kurz überfordert war. In der Berufsschule hatten wir zur gleichen Zeit das Thema Treppenbau, deshalb wusste ich, wie anspruchsvoll dieses Gewerk ist. Aber es nützt ja nichts – also einfach auf sich zukommen lassen! 😀

Das war dann auch ganz gut so. Nach einem kurzen Kundengespräch hatte ich eigentlich schon eine ganz gute Vorstellung davon, wie ich an die Baustelle heran gehe. Ich habe natürlich vergessen, zu Anfang ein Foto zu machen, aber ich denke, man sieht wie die Gegebenheiten waren.

Der Innenhof ist ein Garagenhof und die leicht gewundene Treppe mündet in einen Weg zum Wohnhaus hin. Ich habe angefangen, indem ich mir die Stufen einzeln abgemessen, eine Schnur auf der Höhe gespannt und dann erst die einzelne Stufe abgerissen habe, anstatt die ganze Treppe abzureißen und komplett neuzubauen. Um ein wenig Platz zu haben, habe ich sofort die nächste Stufe mit eingemessen und ebenfalls mit abgerissen, damit ich mich etwas bewegen konnte und nicht so eingeschränkt war.

Hier kann man gut erkennen, wie ich vorgegangen bin: Eingemessen, Pflaster aufgenommen und ausgekoffert. Da bin ich auch schon auf das erste Problem gestoßen…Der Erbauer der alten Treppe hat die komplette Auftrittsfläche in Beton gesetzt. Deshalb musste ich bei den Abrissarbeiten einen ganzen Tag lang den Stemmhammer einsetzten. Das wollte ich eigentlich vermeiden, da ich dadurch die Standfestigkeit der bereits neu gebauten Stufen beeinträchtige, wenn ich nicht sehr genau arbeite und aufpasse.

Zum neuen Setzen der Granitstellsteine: Diese werden in eine besondere Mischung gesetzt, normaler Beton ist sehr kalkhaltig und es bilden sich nach einiger Zeit Ausblühungen bei Natursteinen. Deswegen nehmen wir bei Natursteinen Trasszement mit Sand vermischt, um Verfärbungen der Steine zu verhindern. Im Prinzip war es dann ein Selbstläufer: die Granitsteine an der Schnur mit einer gerade abschließenden Kante und in sich ebenfalls gerade setzen, damit kein Loch oder ähnliches entsteht. Dann den Beton aushärten lassen und auspflastern, sodass eine bestimmte Tritthöhe entsteht, die vorher festgelegt wird (in diesem Fall waren es 11 cm Stufenhöhe).

Einmal musste ich sogar einen Zwischenpinn setzen, da die Stufe in sich einen Knick hatte und es hinterher ja genauso sein sollte wie vorher. Da musste ich auch erstmal drauf kommen 😀

Hier kann man gut erkennen, wie die Granitsteine auf einem Betonbett liegen und zusätzlich verfugt wurden, um eine bessere Festigkeit zu erlangen. Um das zu gewährleisten, habe ich den Beton beim Abbinden feucht gehalten.

Alle Stufen sind nun fertig, hier habe ich oben bereits mit dem Auspflastern begonnen. Es hat mir eine Menge Spaß gemacht und mein Geschick gefordert, da es keine 0/8/15 Pflasterfläche war, sondern eine – wie ich finde – recht knifflige Treppe.

Geschafft – Treppe steht

Am Ende ist alles ausgepflastert, eingeschnitten und eingefegt; finde es ist sehr schick geworden. Was meint ihr? Ich konnte von dieser Baustelle nicht nur mehr praktische Erfahrungen mitnehmen, sondern auch ein wenig Gelassenheit für die Zukunft. Erst hatte ich große Bedenken und war gedanklich etwas überfordert, aber ich habe gelernt, dass es oft doch nicht so schlimm ist, wie es im ersten Moment scheint. Und ich kann euch sagen, dass es ein tolles Gefühl ist, wenn man alleine von jetzt auf gleich an eine fortgeschrittene Aufgabe gesetzt wird und die auch noch recht gut über die Bühne bringt… Fazit: wieder mal eine Azubi-Baustelle, die nicht nur Spaß gemacht hat, sondern auch noch ein tolles, zufriedenstellendes Ergebnis für den Kunden ist – auch wenn es „nur“ ein Azubi war…!

Ich hoffe, der kleine Ausflug in den Treppenbau hat euch genauso gut gefallen wie mir! 🙂

Viele Grüße und bis bald,

euer Leo

Rückblick

Mein grünes NRW 2016

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